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Schuljahr 2009/10: 6a und 6b in Bodenwerder und Hameln

Klassenfahrt der Jahrgangsstufe 6 26.-28.08.2009 nach Bodenwerder und Hameln

1. Tag

Das Ziel unserer Klassenfahrt war Bodenwerder (an der Weser), die Heimatstadt des „Lügenbarons“ Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Am Morgen des Abfahrttages haben wir uns um 8:30Uhr an der Bushaltestelle getroffen. Wir fuhren mit einem Reisebus und einem Bulli, weil nicht alle in Bus passten. Die Fahrt dauerte ungefähr 1½ Stunden.

(Julia Düchting)

Endlich war voller Spannung die Unterkunft für die nächsten Tage erreicht:

Die Jugendherberge lag auf einem Berg. Unsere Zimmer waren relativ klein. Das Essen schmeckte ganz gut. Jede Gruppe hatte einen sehr großen Aufenthaltsraum. Es gab viele Spielmöglichkeiten: Kicker, Tischtennis, Volleyball, Spielplatz und eine riesige Wiese zum Fußballspielen. Es waren alle nett, auch das Personal.

(Klara Sievers)

Nach dem Einrichten der Zimmer und dem gemeinsamen Mittagessen standen eine einstündige Schifffahrt auf der Weser nach Rühle und anschließend eine Wanderung zurück nach Bodenwerder auf dem Programm.

Wir sind mit dem Ausflugsschiff „Holzminden“ der Weserflotte mit sehr geringem Tempo bis zum Ort Rühle gefahren.

(Yves Väthjunker)


Das Schiff hatte 3 Etagen. Die unterste Etage war am besten, weil wir so nahe am Wasser waren.

(Michel Rettberg)

Während der Fahrt kamen wir an Campingplätzen vorbei. Als wir dann angekommen waren, mussten wir den Weg zur Jugendherberge zu Fuß zurücklegen. Wir sind ca. 1½ Std. gelaufen und haben nur eine Pause gemacht. Zum Schluss, als niemand mehr laufen konnte, mussten wir noch den steilen Berg, auf dem die Jugendherberge lag, hoch laufen! Manchmal konnte man kaum stehen, weil man etwas nach unten gezogen wurde

(Carina Micheel)

 

 

2. Tag

Der heutige Tag brachte uns in das „Gibraltar des Nordens“, nach Hameln. Ein „Rattenfänger“ empfing uns und führte uns durch die Stadt. Er sah fast aus wie Robin Hood, hatte aber statt Pfeil und Bogen eine Klarinette, mit der er mittelalterliche Stücke spielte.

Er erzählte uns auch die Sage des Rattenfängers und die geht so:

Vor ca. 700 Jahren war in der Stadt Hameln eine sehr große Plage ausgebrochen. Mäuse und Ratten waren überall, in den Kornspeichern, in den Essensvorräten, in den Gärten und in den Wäldern. Die Einwohner der Stadt hielten das nicht mehr aus und so riefen sie einen Rattenfänger, damit er alle Ratten einfängt. Sie versprachen ihm 100 Goldstücke dafür. Nun ging er durch die Straßen und spielte eine Melodie auf seiner Flöte und die Ratten liefen alle wie verzaubert hinter ihm her. Er lockte sie in die Weser, wo sie ertranken.

Am nächsten Morgen wollte der Rattenfänger das Geld holen, aber die Bürger weigerten sich. Nun war der Rattenfänger sauer und als die Erwachsenen in der Kirche waren, kam er wieder. Er ging durch die Straßen der Stadt und „sammelte“ alle Kinder ein. Er führte sie aus der Stadt hinaus und sie kamen nie mehr wieder.

(Diana Diener)

Natürlich ist diese Geschichte nicht wahr und der Rattenfänger hat uns auch erzählt wie es wirklich war, nämlich so:

Die Sage vom Rattenfänger spielt im Mittelalter. In der Sage heißt es, dass die Kinder vom Rattenfänger aus der Stadt Hameln herausgeführt wurden. Richtig ist, dass der „Rattenfänger“ „Kinder der Stadt“ für den Krieg aus der Stadt geholt hat. Die Männer sind nie wieder gekommen, weil sie im Krieg gestorben sind.

Außerdem können Ratten nicht im Wasser ertrinken, sie können nämlich gut schwimmen.

(Nathalie Wegener)

 

Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir an verschiedenen besonderen Häusern vorbei. Eines davon ist das Hochzeitshaus. Nun könnte man meinen, dort würde geheiratet, aber das ist falsch! Der Name kommt von „hohe Zeit“, also Zeit des Feierns. Da man in Hameln „steinreich“ war, man konnte sich nämlich Häuser aus Stein leisten, baute man extra ein Haus für Feiern – das Hochzeitshaus. An diesem Haus hängen Glocken, die von Zeit zu Zeit erklingen. Die hingen aber früher am Rathaus.

Eines Tage im Krieg fiel eine Bombe auf den Turm der Kirche und der Turm fiel auf das Rathaus. Es wurde nicht mehr aufgebaut, nur die Kirche. Die Leute fanden aber alle die Glocken so schön. Deshalb kamen sie an das Hochzeitshaus.

An jedem Tag zu verschiedenen Uhrzeiten gehen am Hochzeitshaus zwei Törchen in der Wand auf. Da wird die Geschichte vom Rattenfänger gezeigt.

(Lea Friesen)

Wir kamen auch an einer Gaststätte vorbei mit dem Namen „Badewanne“, einem Badehaus des Mittelalters. Der Rattenfänger erzählte uns auch dazu eine Geschichte:

Früher im Mittelalter waren die hygienischen Verhältnisse sehr schlecht, die Menschen hatten nämlich keine Badezimmer. Deshalb gingen sie in ein Badehaus um zu baden. Aber toll war das nun auch wieder nicht! Morgens wurde sauberes Wasser heiß gemacht und in die Badewanne gefüllt. Das heiße Badewasser war morgens sehr teuer, wurde aber den Tag über immer billiger, weil es immer dreckiger und kälter wurde. Daher stammt auch der Begriff „ausbaden“. Das Wasser wurde den ganzen Tag lang ausgebadet bis es nicht mehr zu benutzen war. Erst ab der Revolution kam jeder zu seinem eigenen Badezimmer.

(Pelin Senlier, Florian Bürger)

Es gibt in Hameln auch ganz komische Häuser, die Durchfahrtshäuser.

Früher waren die Gassen ganz eng und die Kutschen, die LKWs des Mittelalters, konnten dort nicht wenden, denn die Pferde hatten leider keinen Rückwärtsgang. Aber irgendwie musste man ja drehen. Aus diesem Grund wurden die Durchgangshäuser erfunden. Die Leute bauten einen Gang durch die Häuser und die Kutschen konnten immer dadurch fahren und auf der nächsten Straße wieder zurückfahren. So ging das ganz einfach!

(Janik Viertel, Lukas Diermann)

Am Nachmittag besuchten wir eine Glasbläserei.

Gläser werden aus Quarzsand hergestellt. Der Quarzsand wird in einem Ofen weich gekocht. Die Ofenhitze beträgt 1500 Grad. Nach etwa 10 Stunden wird der Sand mit einem Metallstab aus dem Ofen geholt. Das heiße Glas wird darum gewickelt. Man muss den Stab immer drehen, da das heiße Glas wie Honig ist. Nun kann man es aufblasen oder quetschen oder daran ziehen. Zwischendurch muss man es immer wieder aufwärmen. Wenn das Glas fertig ist, darf es nicht zu schnell auskühlen, denn dann zerspringt es. Es kommt für mehrere Stunden in einen anderen Ofen, in dem es von über 500 Grad aus abgekühlt wird.

Der Mann hat für uns auch ein Pferd aus Glas angefertigt in höchstens fünf Minuten. Das war super!

(Kimberly Wiechers, ???)

Wilhelm Busch hat für ein Jahr in Hameln bei seinem Onkel gelebt. Er hat sich aber weniger für die Stadt selbst als für seine Nachbarin interessiert. Als daraus aber nichts wurde, hat er später eine Geschichte über sie verfasst: die fromme Helene!

Sehr witzig war auch die „Bungelosestraße“. Wir sind heute ja auch „Bunge los“ Das Wort „Bunge“ steht hier allerdings für Musik – also „Straße ohne Musik“, wo Herr Bunge doch immer so gerne gesungen hat J.

3. Tag

Der dritte, also auch der letzte Tag unserer Klassenfahrt war gekommen und wir mussten unsere Zimmer aufräumen. Bei mir im Zimmer war es ganz leicht:
Wir waren nämlich 3 Personen und es gab 3 Aufgaben. Ich (Ines) musste den Müll rausbringen, Svenja musste die Betten abziehen und Skadi musste fegen. Anschließend wurde nachgesehen, ob die Zimmer sauber waren und dann mussten wir kurz auf den Bus/Bulli warten. Nachdem die Busfahrer unser Gepäck verstaut hatten, fuhren wir ins Tal nach Bodenwerder, um uns das Münchhausen-Museum anzusehen.

(Ines Schulz, Sarah Bruckmann)

Zunächst haben wir dort einen kurzen Film über die Stadt Bodenwerder und über das Leben des Lügenbarons Münchhausen gesehen. Danach sind wir ins oberste Stockwerk des Museums gegangen und haben dort mehrere Geschichten über den Lügenbaron gehört. Eine Angestellte des Museums hat uns die „Märchen“ erzählt, während wir im Kreis um sie herum saßen. Sie erzählte uns folgende Geschichten: vom Ritt auf der Kanonenkugel, vom Hasen mit 8 Läufen, vom halben Pferd, vom Pferd am Kirchturm, vom Krieg und noch einige mehr. Alle Geschichten waren völlig unmöglich und viele sehr lustig.
Nach dem Vortrag durften wir uns im oberen Stockwerk frei bewegen und die vielen Bücher, Abzeichen, Urkunden und Bilder ansehen. Alle Dinge waren in Vitrinen und man konnte sie nicht anfassen. Besonders verrückt fand ich den Hasen mit den 8 Pfoten.
Als dann unsere Parallelklasse den Vortrag hatte, durften wir nach draußen und uns dort die Figuren ansehen. Es stand dort das halbe Pferd, der Hirsch mit dem Kirschbaum zwischen dem Geweih und Münchhausen, wie er sich selbst an den Haaren aus dem Schlamm herausgezogen hat.
Anschließend haben wir Jungen dann noch eine große Dampfmaschine in Gang gesetzt. Die Maschine war ca. 8 Meter lang und 3 Meter breit.
Danach sind wir zum Münchhausen-Brunnen gewandert. Dort standen weitere Skulpturen aus Metall, die beweglich waren. Die Gelenke der Figuren konnte man biegen. Wir haben viele lustige Verrenkungen mit den Figuren gemacht.
Nach dem Aufenthalt in Bodenwerder fuhren wir zum Schulzentrum in Lichtenau zurück, wo wir schon von unseren Eltern erwartet wurden.Klasse

 

(Christian Temme)